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Forderung Lauf fahrradfreundlicher zu machen

Lauf - Radfahren gehört immer mehr zum gesunden und umweltverträglichen Mobilitätskonzept  in unserer Gesellschaft, sei es für Kurzstrecken, für kleine Besorgungen beim lokalen Handel, den Weg zur Schule, zur Arbeitsstelle, zu Ämtern oder für Ausflüge, Radtourismus und Radsport. Ein Trend, der mit der E-Bike-Welle wachsende Beliebtheit erfährt. Auch ein Fortbewegungsmittel ohne C02-Belastung für die Umwelt und ohne Parkplatzprobleme für die Radler selbst, im Gegensatz zum Autoverkehrschaos zu Stoßzeiten am unteren Marktplatz.

Wie bereits im vergangenen Dezember und April hatten die Veranstalter ADFC (Allgemeiner Deutscher Fahrrad Club), Bund Naturschutz, Bündnis 90/Die Grünen und ihre Mitstreiter zu einer dritten Rad-Demo zum Thema „sichere Radwege innerorts“ eingeladen. Ziel ist es, die lokale Politik für die Schwachstellen der aktuellen Infrastruktur für Zweiradfahrer weiter zu sensibilisieren. Eigentlich eine förderliche Initiative auch im Sinne der gegenwärtigen Aktionen wie Radl-Shopper pro Einzelhandel und Stadtradeln für ein gutes Klima.

Von der Polizei gut abgesichert rollte der klingelnde Tross unter Einhaltung der herrschenden Corona-Regeln vom S-Bahnhof Lauf links durch die Innenstadt bis zum Endpunkt am Heldenwiese-Parkplatz.

Für die Rednerin Nadja Thöner vom Bund Naturschutz geht es nicht darum, dem Autoverkehr noch mehr Vorfahrt auf Kosten anderer nachhaltigerer Bewegungsarten zu gewähren. Die fortschreitenden Zivilisationskrankheiten hängen nämlich stark mit der Art unserer täglichen Mobilität zusammen, einerseits mangelnder Bewegung gepaart mit falscher Ernährung.

Peter Kobras vom ADFC ging konkret auf die unzureichende Fahrradinfrastruktur entlang der alten B14 und auf die Unzulänglichkeiten der Hauptverbindungen Ost-West und Süd-Nord ein. Ebenso Wege durch die Stadt, die für Kinder, Senioren und nicht so sichere Radfahrer zur Herausforderung werden. Eltern würden täglich um das Leben ihrer Kinder bangen, wenn diese mit dem Fahrrad von Lauf links zur Realschule oder zum Gymnasium Lauf rechts unter aktuellen Bedingungen müssten. Ein nicht länger hinnehmbarer Zustand so Kobras.

Ein Online-Gespräch zwischen ADFC, Bund Naturschutz Ortsgruppe Lauf, dem Bürgermeister Thomas Lang und Teilen der Stadtverwaltung zeigte die Bereitwilligkeit, von Seiten des Rathauses die Situation zu verbessern.

Während Discounter in erster Linie auf das Auto setzen, weil sie den Kunden große Parkflächen zur Verfügung stellen, wäre eine verbindungssichere Fahrradinfrastruktur von Vorteil für die Geschäfte in der Innenstadt.

Daniel Decombe

Rad-Demo am 10. Juli um 11.30 Uhr

Sichere Radwege innerorts, die zum Radeln einladen

Jeder, der im Zentrum von Lauf Rad fahren möchte, soll sich sicher fühlen und angenehm und schnell ans Ziel kommen. Es gibt aber noch zu viele Radwegabschnitte, die gefährlich sind. Mit einer Rad-Demo machen die Organisatoren auf diesen Missstand aufmerksam und fordern zügigere Abhilfe mit kreativen Ideen. Es geht am Samstag, den 10. Juli 2021 um 11.30 Uhr wieder am Parkplatz des Bahnhofes Lauf links los. Natürlich gelten wieder die aktuellen Corona-Regeln. Dieses Mal wird die Ost-West-Radweg-Verbindung im Fokus stehen. Vielleicht denkt sich jetzt der Leser: Wo ist in Lauf ein durchgängiger Radweg zwischen Reichenschwand und Rückersdorf, also in Ost-West-Richtung? Es gibt gar keinen. Stimmt, und das soll sich ändern!

Schon bei der letzten Rad-Demo brachten die vielen Teilnehmer*innen den Autoverkehr zum Stocken. Es war eine Steigerung zur ersten Demo im Dezember 2020.
Auch die Vielfalt und Buntheit der Teilnehmer*innen und ihrer Räder hat zugenommen. Vom Tandem über Lasten-Hunde-Rad und den verschiedensten Fahrradanhängern war alles vorhanden.

Es geht um eine gerechte Aufteilung des Verkehrsraumes. Durch die Corona-Krise sind mehr Menschen zu Fuß und mit dem Rad unterwegs. In persönlichen Gesprächen als auch in den Medien ist es immer wieder Thema: Gern würden noch mehr Menschen das Auto stehen lassen, aber die Rad/Gehwege sich nicht mehr zeitgemäß. Hier drängen sich auf engem Raum Fußgänger, zum Teil mit Kinderwagen oder Hunden an Hundeleinen. Da entstehen auf Gehwegen mit Radfahrberechtigung schnell gefährliche Situationen mit Radlern, auch wenn diese vorsichtig fahren. Außerdem möchte ein Alltagsradler auf seinem Weg zur Arbeit nicht nur 5-7 km/h fahren. So viel ist aber nur auf dem genannten Gehweg erlaubt. Logisch, dass dann Radler ganz legal auf die Straße ausweichen. Hier werden sie aber dann häufig angehupt (Kunigundenstr., Nürnberger Str., Röthenbacher Str., ...), weil die Autofahrer meinen, sie sollten doch auf dem Radweg fahren. Nur: Der vermeintliche Radweg ist ein Gehweg mit Radfahrerlaubnis. Keiner würde von Autofahrern fordern, dass sie nur 15 – 20 km/h fahren, auch das Orga-Team der Rad-Demo nicht.

Die Rad-Demo hat das Ziel: Sichere Radwege innerorts, auf denen die Radler*innen zügig und ohne gefährliche Situationen ans Ziel kommen.

Unterstützerkreis: ADFC, BUND Naturschutz, Bunte Liste, das Bündnis 90/Die Grünen Ortsverbände Lauf und Schwaig sowie die Grünen Nürnberger Land, eBike Maass, Lauf, Freie Wähler, Lauf und DAV Feucht.

Monika Hänelt, ADFC und Radwegpatin

Zweite Rad-Demo in Lauf brachte den Autoverkehr ins Stocken

Mit viel Spaß, guter Laune und unter dem Schutz unserer Polizei starteten ca. 70 Fahrraddemonstrant*innen am Parkplatz Bahnhof links. Es ist Samstag, der 10. April 2021 11.30 Uhr. Dr.Ing. Bernd Bitterlich vom BUND Naturschutz begrüßt alle Teilnehmer*innen und weist auf die AHA-Regeln und die Besonderheiten einer Rad-Demo hin. Der wolkenverhangene Himmel drohte mit leichtem Regen, aber alle blieben trocken. Von Kind und Hund über Liegetandem und zahlreichen Rad-Anhänger war wieder Vielfalt geboten. Da demonstrierende Radler*innen durchblicken, hielten alle die Coronaregeln ganz selbstverständlich ein.

Für alle, die sich in Lauf auskennen oder eine Karte vor Augen haben: Hier die Route: Bahnhof Lauf links – Altdorfer Str. – Kreisel – Luitpoldstr. – Nürnberger Str. – Saarstr. – Falknerstr. - Marktplatz* - Saarstr. – Simonshofer Str. – Karl-Sauer-Str. – Heuchlinger Hauptstr. – Hersbrucker Str. – Simonshofer Str. – Urlasstr. – Rathaus Es tut der Seele eines Radlers gut, mit Platz sicher und gemütlich auf der Straße zu fahren. Versuchen Sie einmal die gleiche Strecke entsprechend der Straßenverkehrsordnung als Radfahrende*r zu bewältigen! Große Strecken dieser Route sind einer „Fahrradfreundlichen Kommune Lauf“ einfach unwürdig.

* Am Marktplatz kam alles zum Stehen: Grund waren die zahlreichen Autos, deren Fahrer dort gern und ausgiebig kreisen, um einen Parkplatz zu finden. Es ist wieder eindeutig: Mit einem Rad oder den öffentlichen Bussen kommt jeder einfach und sicher zu den verschiedenen Einzelhändlern. Natürlich sind Parkplätzen für Schwerbehinderte noch eine wichtige Ergänzung.

Die Atmosphäre am Marktplatz wäre dann entspannt bei gleichzeitig guten Umsätzen des Handels und der Dienstleister.

Am Rathaus angekommen hielten Peter Kobras vom ADFC und Dr.Ing. Bernd Bitterlich vom BUND Naturschutz ihre treffend aufgebauten Reden. Da sie den Radler*innen aus dem Herzen sprachen, kam es bei beiden immer wieder zu kräftigem Applaus.

Kobras beschreibt anschaulich die West-Ost-Verbindung, die einem Flickenteppich gleicht und oft gefährlich ist. In der Gegenrichtung gibt es gar keinen Radweg.

Genauso schlecht kommt die Süd-Nord-Verbindung weg: meist mit vielen Fußgängern auf ihrem Gehweg zusammengedrängt entlang der Simonshofer Str. und der Briver Allee oder im Zickzack-Kurs durch Altdorfer Str., Johannisgasse über den Marktplatz zum Bahnhof rechts. Hier ist in der Unterführung Rad schieben angesagt. Zügig sieht anders aus! Und das in einer Stadt, die das Label „Fahrradfreundliche Kommune“ trägt. Kobras fordert, dass die Politiker*innen das Rad als wichtiges Verkehrsmittel ernst nehmen und nicht nur als Freizeitgerät für den Sonntagnachmittag sehen.

Bitterlich zeigt während seiner Rede einen mehr- und beidseitigen Ausdruck: Aktive Radler*innen vom ADFC und BN haben die gefährlichen Radweg- und Straßenstücke in Lauf zusammengetragen und Lösungen für jede einzelne Stelle gleich mitgeliefert. Laut Meinung der grünen Kreis- und Stadträtinnen wird es eine wichtige Grundlage sein, um an dieser Thematik weiterzuarbeiten. Seine Vision hat Bitterlich am Ende seiner Rede noch hochgehalten: eine ringförmige, einspurige Einbahnstraße für die Autofahrer (Luitpoldstr. – Nürnberger Str. – Briver Allee.- Altdorfer Str.). Die freigewordene Fahrspur gehört jetzt dem Radverkehr. Die Fußgänger*innen können sich auf ihren Gehwegen wieder ungestört bewegen.

Zahlreiche grüne Stadt- und Kreisrätinnen aus Lauf, Röthenbach und Schwaig haben durch ihre Teilnahme die Wichtigkeit des Ziels der Demo deutlich gemacht: „Lösungen für die gefährlichen Radweg- und Straßenabschnitte“.

Als Abschluss warfen Hänelt (ADFC) und Bitterlich den Ausdruck „Gefahren und Schwachpunkte Radverkehr Lauf zusammen mit den Positivbeispiele in Nürnberg“ (mit Schleife verziert) in den Briefkasten am Rathaus. Der Bürgermeister hatte die Einladung hier die Demo in Empfang zu nehmen abgelehnt, Dafür aber eine Videokonferenz angeboten. ADFC und BN werden teilnehmen.

Monika Hänelt

Video und Fotos von unserer 2. Demo am 10. April 2021

Wir treten in die Pedale - für ein fahrradfreundliches Nürnberger Land

Eine Radl-Demo mit Online-Petition in Lauf? So etwas hat es noch nie gegeben.
Am Samstag, 5. Dezember 2020 um 11.30 Uhr am Park- und Ride-Parkplatz am "Bahnhof links" ging es los.
Die Demo-Route führte „im Bogen“ durch Lauf zum Marktplatz und endete mit einem Thesenanschlag am Landratsamt in der Waldluststraße.

Wofür treten alle in die Pedale? Für ein fahrradfreundliches Nürnberger Land.

In der Online-Petition kann jeder unterschreiben. Diese finden Sie hier:

Falls wegen Corona keine Radl-Demo stattfinden darf, wird die Online-Petition ein wichtiges Argument zur Verbesserung der Fahrradfreundlichkeit im Nürnberger Land sein.

Eigentlich ist es ganz einfach: Durch die Corona-Krise fahren viel mehr Menschen Rad – sogar im Winter. Jeder Radfahrer „spart“ ein Auto auf der Straße und im Stau vor der Ampel. Er leistet einen wichtigen Beitrag zum Umweltschutz und ist signifikant weniger krank – gerade im Winter. Der Trend ist unübersehbar. Nachweislich würden gern noch mehr Menschen in die Pedale treten. Die Rahmenbedingungen müssen daher weiterhin verbessert werden, auch wenn zurzeit die Finanzen corona-bedingt knapp sind.

Für die Online-Petition hat sich ein breiter Unterstützerkreis gebildet:

  • ADFC-Kreisverband Nürnberg und Umgebung e.V.
  • BN Hersbruck
  • BN Kreisgruppe Nürnberger Land
  • BN Lauf
  • Grüne Hersbruck
  • Grüne Lauf
  • Grüne Schwaig
  • Grüne Nürnberger Land


Ende Juli fand eine offizielle „Bereisung“ (= der Ist-Zustand wird mit dem Fahrrad erkundet) statt. Das Zertifikat „Fahrradfreundlicher Landkreis“ schien greifbar nahe. Die Prüfungskommission sah viele gute Ansätze. Drei Mängel müssen noch beseitigt werden: die Erhöhung der Radfahrerzahl auf 11-13 % (bis zu einem selbst festgelegten Zeitpunkt), ein ordentlicher Winterdienst für die Radwege und die Umsetzung des Zehn-Punkte-Plans (auch bis zu einem selbst festgelegten Zeitpunkt). Der beinhaltet unter anderem neue Abstellmöglichkeiten, bessere Wegmarkierungen und Baumaßnahmen. Außerdem empfahl die Kommission den Räten, weiter an der Radschnellverbindung zwischen Nürnberg und Lauf zu arbeiten. Ganz einfach ausgedrückt: Der Kreistag soll nur festlegen, bis wann er die Mängel beseitigt.

In der Septembersitzung des Ausschusses für Umwelt, Klimaschutz und Landwirtschaft des Kreistags hätte dann die zeitnahe Umsetzung der Verbesserungen beschlossen werden können.

Das Landratsamt hatte keinerlei Informationen über die Ergebnisse der Bereisung bei dieser Sitzung an die Kreisräte weitergegeben. Wichtig ist es, sich vor Augen zu halten, dass in der Corona-Krise besonders viele Menschen das Rad bevorzugen. Da ist es ein Fehler, die Maßnahmen auf die lange Bank zu schieben. Schon jetzt kollidieren immer wieder die Interessen von Fußgängern und Radlern auf gemeinsamen Wegen. Der Weg zur Schule wäre für die Jugendlichen gut mit dem Rad zu machen, wenn da nicht die vielbefahrene Straße wäre. Die Kleidung hat der Rad fahrende Berufspendler optimal auf den Winter vorbereitet, doch dann scheitert die Fahrt bei Neuschnee oder Glatteis am fehlenden Winterdienst. Die Radl-Demonstranten wollen Landrat Armin Kroder und die Kreisräte zu einem Umschwenken bewegen.

Die Banner für einen öffentlichkeitswirksamen Thesenanschlag am Landratsamt liegen schon bereit. Im Einzelnen lauten die Forderungen:

Gemeinsam für ein fahrradfreundlicheres Nürnberger Land.

  • Mehr Sicherheit durch eindeutige Markierungen und Beschilderungen
  • Zügige Umsetzung des Radverkehrskonzeptes anhand einer Zielplanung
    - Ausreichendes hauptamtliches Personal zur Umsetzung des Radverkehrskonzeptes
    - Fertigstellung der Planung des Radschnellwegs Nürnberg-Lauf durch den Landkreis
    - Lücken im bestehenden Radwegnetz schließen und Druck auf überörtliche Träger ausüben
    - Jährlich steigendes Budget im Haushalt des Landkreises zum Ausbau / Planung von Radwegen
  • Gerechte Aufteilung des Straßenraums zwischen allen Verkehrsteilnehmern
    - Lösungssuche für die Radverkehrsregelung innerorts
    - Errichtung von Fahrradstraßen in Städten und Kommunen
    - Mehr Tempo 30 auf Straßen und Tempo-30-Zonen - auch bei Ortsdurchgangsstraßen
    - Fahrradampeln an größeren Kreuzungen
  • Winterdienst auf den Hauptrouten bis sieben Uhr
  • Überdachte und diebstahlsichere Abstellanlagen an Schulen, Kindergärten und Bahnhöfen
  • Förderung von Lastenrädern durch die Gemeinden bzw. Stadt- oder Gemeindewerke
  • Erlass von Stellplatzsatzungen für Fahrräder durch die Gemeinden
  • Jährliche Fahrradtour initiiert durch den Landrat oder örtliche Bürgermeister mit interessierten Bürger*Innen
  • Mehr finanzielle Mittel des Freistaat Bayerns für den Radverkehrsausbau entlang der Staatsstraßen und für Radverkehrsprojekte

Jetzt bleibt nur noch zu hoffen, dass Petrus ein Einsehen hat und ein radfreundliches Winterwetter schickt, damit möglichst viele Radl-Demonstranten mit Spaß und guter Laune den Forderungen Nachdruck verleihen.

Der nächste Demo-Termin steht auch schon fest und kann in den Kalender eingetragen werden: Samstag, der 10. April 2021 wieder um 11.30 Uhr.
Kompakte Informationen hier ...

 

© ADFC Nürnberger Land 2021

Radtouren

Locker & flockig: Feierabendradeln ab Fürth

Mi, 28.07.2021 18:00 - 20:30
Ort: U-Bahnhof Stadthalle, am Kulturforum, 90762 Fürth
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Zwischen "Ursprung" und "Urwald"

Sa, 31.07.2021 11:00 - 17:00
Ort: Gewerbemuseumsplatz am Bildungszentrum, 90403 Nürnberg
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Feierabendtour ab Ziegelstein

Mi, 04.08.2021 18:00 - 20:00
Ort: Fritz-Munkert-Platz, 90411 Nürnberg
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