Kreisverkehr Himmelgartenkreuzung: Förderung des Radverkehrs?

Aktuelles Radverkehr

Es laufen gerade die Planungen für den Kreisverkehr an der sogenannten "Himmelgartenkreuzung", Details dazu wurden in der Pegnitz-Zeitung und auf n-land.de bekannt gegeben.
Grundsätzlich könnte man meinen, in einem fahrradfreundlichen Landkreis (als Mitglied der AGFK Bayern) sollte es nicht so schwer sein fahrradfreundlich zu planen. Vorbilder lassen sich bei anderen Mitgliedern leicht finden oder bei der AGFK erfragen. Im Detail findet sich aber Licht und Schatten. In Zeiten der Diskussion um komfortablere Radwege und Radschnellwege zur Radverkehrsförderung bleibt man hier in den Möglichkeiten weit zurück.

Im Detail:

  • Schlecht: Die Radwegeachse Lauf-Altdorf wird durch eine unnötige 90 Grad Kurve und eine nicht-rechtwinklige Straßenquerung gepaart mit schlechten Sichtbeziehungen unnötig behindert. Eine zügige Fahrt wird unterbunden, es muss immer - auch wenn gar kein Verkehr auf der Straße unterwegs ist - auf Schrittgeschwindigkeit heruntergebremst werden. Eine sichere Radwegequerung sieht anders aus. 90 Grad Kurven in eine Haupt-Radwegeachse einzuplanen, das ist merkwürdig.
  • Schlecht: Gerade in der Dunkelheit, gar nicht zu denken an Regen und Schnee, wird die Radwegeführung schwer bis gar nicht mehr erkennbar sein, wenn nach den üblichen Standards im Landkreis gebaut wird. Bei so einer Linienführung müsste man die Kreuzung schon beleuchten, um Sicherheit für den Radverkehr zu erzeugen.
  • Vielleicht schlecht: Aus den Bildern wird es nicht ganz eindeutig klar, aber in der Regel wird nicht berücksichtigt, dass auch ein Fahrrad eine Schleppkurve hat, d.h. in einer Kurve mehr Platz braucht. Jeder Radfahrer "legt sich in die Kurve" und der Abstand zum rechten Radwegrand wird in einer Linkskurve auch größer. Oder fahren Sie in der Linkskurve an der rechten Teerkante?
  • Nicht gut: Wer von Schönberg über die Himmelgartenkreuzung Richtung Letten will, muss erst die Straße queren und dann einmal um den Kreisverkehr herum. Sinnvoller und fortschrittlicher wäre es, den Radweg komplett um den Kreisverkehr zu planen.
  • Gut gemacht: Der Radweg-Anteil Richtung Schönberg ist am Kreisverkehr sehr schön gelungen: von Schönberg relativ geradlinig gezogen auf die Querung, so dass man als Radfahrer alle anderen Verkehrsteilnehmer gut erkennen kann. So sollte es auch für den Rest geplant sein.
  • Nicht gut: Für das Radwegende Richtung Schönberg kann man nur einen Blick in die ERA (Empehlung für Radverkehrsanlagen) empfehlen. Einen Radweg einfach enden zu lassen, das ist sicher kein Stil eines fahrradfreundlichen Landkreises. Auch hier heißt es für den Radverkehr wieder: Stop! Radverkehrsförderung?

Für das Radlerglück fehlen da nur noch Bordsteinkanten an den Querungen (das ist ironisch gemeint).

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